Richtfest Vereinshaus in Motzlar

Nach nur wenigen Wochen Bauzeit verkündete der mit bunten Bändern geschmückte Richtbaum den Abschluss der Rohbauarbeiten am neuen Vereinshaus in Motzlar. Direkt neben der katholischen Kirche am Standort der ehemaligen Gemeindeverwaltung und Dorfschule soll mit Fördermitteln der Dorferneuerung ein Gemeinschaftshaus entstehen, dass den Vereinen und Gruppierungen des Ortes sowie dem Jugendclub adäquate Räumlichkeiten bietet und mit privaten Dienstleistungsangeboten die Lebensbedingungen im Ort verbessern soll. Zum traditionellen Richtfest waren zahlreiche Bürger gekommen, um von Zimmermann Benedikt Rehm von der Zimmerei Rehm aus Lahrbach den Richtspruch zu hören und für den reibungslosen Ablauf der bisherigen Arbeiten zu danken. Bürgermeisterin Manuela Henkel begrüßte alle Bürger, die Vertreter der Gruppierungen und Vereine aus Motzlar, die Gemeinde- und Dorfbeiräte sowie die am Rohbau beteiligten Firmenvertreter. Ebenso hieß sie Amtsleiter Knut Rommel und Stefanie Scheidler vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) willkommen. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten schwierige Ereignisse in unserem Ort durchleben müssen“, sagte die Bürgermeisterin. Umso mehr freue es sie, mit dem Richtfest nun ein positives Signal für die Zukunft und die Gemeinschaft des Dorfes setzen zu können. Sie dankte allen Beteiligten für die außerordentlich gute Zusammenarbeit. Ihr besonderer Dank ging an das ALF und deren Vertreter, die den Bau mit 65 %iger Förderung über die Dorferneuerung unterstützen. Das Bauprojekt ist mit 890.000 EURO veranschlagt, die verbleibenden 330.000 EURO werden von der Gemeinde Schleid getragen. Dieser Beitrag ist nicht unerheblich für die relativ kleine Kommune, wurde aber gerne investiert, so die Bürgermeisterin. „Es ist eine Investition nicht nur in Steine, sondern eine Investition in die Dorfgemeinschaft und damit in die Zukunft von Motzlar.“

Dank für die gute Zusammenarbeit

Weiterhin dankte sie dem Planungsbüro ZWO 16 aus Geisa, hier besonders Architekt Dennis Reum und Bauleiter Michael Arnrich, der Abrissfirma Weih aus Dermbach, dem Bauunternehmen RBW Bau aus Schwallung, der Gerüstbaufirma WEMO-Tec aus Eichenzell und der Zimmerei Rehm aus Lahrbach. Ein weiterer Dank ging an Sylvia Weber vom Bauamt der Stadtverwaltung Geisa für die organisatorische Begleitung und Unterstützung. Im Anschluss gab Benedikt Rehm, der Chef der Zimmerei Rehm aus Lahrbach den traditionellen Richtspruch zu Gehör. Die Motzlarer Blasmusikanten unter der Leitung von Daniel Rausch stimmten dann gemeinsam mit allen Bürgern und Gästen das Lied „Großer Gott wir loben Dich an“. Bürgermeisterin Manuela Henkel lud in das Feuerwehrgerätehaus zu einem Dorffest ein. Dort gab es stimmungsvolle Livemusik mit der Gruppe S.A.T.. Die Einnahmen aus dem Fest sind für die Errichtung eines neuen Spielplatzes in Motzlar gedacht. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Innenausbauarbeiten sowie die Arbeiten an den Außenanlagen am neuen Dorfgemeinschaftshaus starten.

Konzentration auf den Ortskern und Stärkung der Dorfgemeinschaft 

Im Haus selbst entstehen im Kellergeschoss ein neuer Jugendclub sowie eine gemeinsame Heizungsanlage für das Gebäude selbst sowie das angrenzende Kirchengebäude. „Uns war es wichtig, hier Synergieeffekte zu nutzen“, so die Bürgermeisterin. Die Kirchengemeinde stellt ihr Gelände nach dem Abriss zweier kleinerer Nebengebäude auf dem Kirchplatz zum Parken zur Verfügung und kann im Gegenzug die Toiletten und Räumlichkeiten im neuen Vereinshaus zu Gottesdiensten oder anderen kirchlichen Veranstaltungen nutzen. Im barrierefrei zu erreichenden Erdgeschoss befindet sich neben den sanitären Anlagen, einer Garderobe und Küche ein etwa 95 qm großer Raum, der durch eine mobile Trennwand vielseitig genutzt werden kann und insgesamt 90 Sitzmöglichkeiten bietet. Im oberen Geschoss stehen dem Musikverein, Backhausverein, Kinderschola, Kirmesverein, Faschingsgruppe sowie der Feuerwehr mit Feuerwehrverein verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung. Wichtig war es der Gemeinde, im neuen Vereinshaus auch Dienstleister zu integrieren, um die Attraktivität des dörflichen Lebens zu erhöhen. So ist geplant, im Kellergeschoss einen Frisör sowie im Obergeschoss eine private Musikschule einzurichten. „Das war uns besonders wichtig, da viele institutionelle und private Anbieter sich aus den kleinen Orten zurückziehen und diese dadurch an Attraktivität verlieren“, betonte Bürgermeisterin Manuela Henkel. „Besonders ältere Menschen sind froh, wenn sie noch eigenständig Angebote wahrnehmen können und gerade für Familien mit Kindern ist eine Musikschule vor Ort eine tolle Bereicherung.“ Durch die Konzentration auf den Ortskern, soll das geplante Gebäude nicht nur die Dorfmitte dementsprechend optisch verbessern, sondern auch die Dorfgemeinschaft stärken und die Lebensqualität verbessern. In einem weiteren Schritt ist geplant, neben dem neu zu errichtenden Vereinshaus auf dem momentan ungenutzten Dorfanger eine Spiel- und Begegnungsstätte anzulegen.

 

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